Wie holen Sie mehr aus dem Raufutter heraus laut Harrald Helmers?

Eine Frage stellen sich viele Viehhalter bzw. sie sollten es zumindest: Wie kann Raufutter effizienter genutzt werden? Die Gesundheit der Kühe und somit die Menge an Milch, die sie produzieren, hängt in hohem Maße von der Qualität des Raufutters, seiner ordnungsgemäßen Lagerung und der Güte der Mischung ab. Ist die Mischung von gutem Raufutter schlecht, werden die Kühe wählerisch und die dominanten Tiere ergattern das beste Futter. 

Sollte zur Ration Wasser hinzugefügt werden oder nicht?

Derzeit wird dazu tendiert, Wasser zur Ration hinzuzufügen. Durch das Wasser haftet das Kraftfutter an den Raufutterkomponenten, sodass die Kühe nicht sortieren können. In einigen Fällen wird eine Kraftfuttermischung Stunden vor der Fütterung in Wasser eingeweicht. Aber laut Milcherzeuger Harrald Helmers ist Wasser kein Wundermittel. Seine 135 Kühe produzieren im Durchschnitt ganze 12.500 kg Milch pro Kuh und Jahr, mit einem Fettgehalt von 4 % und einem Proteingehalt von 3,6 %. Harrald fügt seiner Mischung kein Wasser hinzu, da dies seiner Meinung nach die Futterverwertung nicht fördert und das Risiko von Überhitzung erhöht. Seiner Meinung nach ist es viel interessanter zu beobachten, wie die Kuh das Futter aufnimmt. Harrald: „Das schnellste Raufutter wird immer noch langsamer verdaut, als das langsamste Kraftfutter. Stellen Sie also sicher, dass das Raufutter im Vordergrund steht, da der Futterstock gar nicht gut genug sein kann. Es entsteht noch lange kein frisches Gras, wenn man Heu mit Wasser vermischt. Das bedeutet, dass während des Trocknungsprozesses mehr verloren geht als nur Feuchtigkeit. Kohlenhydrate und Eiweiß gehen ebenfalls verloren. Besser ist es, Raufutterfeucht zu silieren. Dadurch wird die Futterverwertung verbessert, da die Bakterien bereits einiges an Vorarbeit geleistet haben. Das Futter muss auch nicht mehr im Pansen einweichen, da die Bakterien im Pansen dieses Futter sofort bearbeiten können.“

„Es entsteht noch lange kein frisches Gras, wenn man Heu in einem Eimer mit Wasser vermischt.“

„Wir haben etwa 35 % Trockenmasse in der Mais- und Grassilage. Früher musste alles trocken sein. Aber wann haben Viehhalter die besten Ergebnisse hinsichtlich Menge und Gehalt erzielt? Wenn der Futterstock nicht durch eine erzwungen kurze Ernte aufgrund von wechselhaftem Wetter trockener wurde. Dieser Futterstock war besser als erwartet und wurde gut aufgenommen. Eine Kuh erfreut sich an einer frischen, sauren Silage. Alles hängt natürlich von der Qualität des Raufutters ab.“ Die Ration von Helmers besteht aus Mais, Grassilage, Energie-Eiweiß-Mix, frischem Gras (wird getrennt angeboten) und Kraftfutter in einer Box.  

„„Große positive Veränderung dank Futtermischwagen“

Welche Bedeutung hat ein guter Futtermischwagen?

„Wir konnten eine große positive Veränderung im Verhalten der Kühe feststellen, nachdem wir von einem Dosierwagen auf einen Futtermischwagen umgestiegen sind. Jetzt fressen die Kühe nur noch, wenn ihnen danach ist, und nicht aus Angst, dass ihnen die leckersten Bissen entgehen. Das liegt allein daran, dass die Ration einheitlich gemischt wird und einen guten Feuchtigkeitsgehalt aufweist. Wir melken 1.800 kg pro Kuh und Jahr mehr, und es ist zudem viel leiser im Stall. Übrigens, wenn Sie herausfinden wollen, ob ein Futtermischwagen gut mischt, müssen Sie ihn mit nassen, kleinen Mischungen testen. Wenn dann alles gut vermischt ist, dann ist es der richtige Mischwagen für Sie.“ 

Mehr Milch pro Kuh

„Kühe sind so etwas wie Spitzensportler, und man kann sie mit den Rennradfahrern der Tour de France vergleichen. Die Leistung hängt davon ab, wie gut das Futter aufgenommen wird. Das Gesamtbild muss stimmen. Man sollte das Kraftfutter mit Raufutter regulieren und nicht andersherum. In unserem Betrieb erreichen wir mit hohem Input auch hohen Output. Ich schaue mir nicht die Margen pro Kilo an, sondern das Minimum. Wir investieren sehr viel in Futtermittel und versuchen, die Erzeugung hoch zu halten. Natürlich ist es verlockend, mehr Milch pro Kuh zu melken, was nur bei gesunden Tieren möglich ist. Daher steht die Gesundheit der Tiere stets an erster Stelle.“
 

Alle Futtermischwagen Frage stellen