Magnet im Futtermischwagen verhindert Fremdkörpererkrankung
13 March 2018

Magnet im Futtermischwagen verhindert Fremdkörpererkrankung

Vorbeugen ist besser als heilen

Jedes Jahr werden Schätzungen zufolge rund 12.000 Kühe durch Abfall und Fremdkörper in ihrem Futter verletzt. Weitere 4000 Kühe sterben infolge einer Fremdkörpererkrankung. Die Universität Wageningen hat die Auswirkungen von Abfällen in der Umwelt untersucht und festgestellt, dass Fremdkörpererkrankungen durch die Behandlung von Krankheiten, Verlust und eine geringere Milchproduktion Milchviehhalter jährlich etwa 14 Mio. Euro kosten.* Es gibt allerdings eine Lösung, die viele Milchviehhalter nicht kennen: Magneten im Futtermischwagen. 

Dass Magneten viel Leid verhindern können, weiß auch Milchviehhalter Pim Lenferink aus den Niederlanden. Seit letztem Jahr füttert er seine 135 Milchkühe mit einem Futtermischwagen von Trioliet, der mit einem Magneten auf der Schnecke versehen ist. Sein Händler hatte ihn auf diese Möglichkeit aufmerksam gemacht und er hat die Anschaffung keine lang Sekunde bereut. Am Küchentisch präsentiert er seine „Beute“, unter der sich die seltsamsten Gegenstände befinden: er zeigt Nägel, Stacheldraht und Schrauben, aber auch andere, teils undefinierbare Metallgegenstände sind dabei. Einige davon haben extrem scharfe Kanten und sind so groß wie ein Kugelschreiber. Man kann sich gut vorstellen, dass sie in der Kuh großen Schaden anrichten können. „Schon nach einem Monat hatten wir rund dreißig Gegenstände gesammelt“, berichtet Pim Lenferink. „Jeden Tag fanden wir spitze Eisenteile am Magneten. Das hat uns so beeindruckt, dass wir auf der zweiten Schnecke auch gleich einen Magneten haben anbringen lassen.“

Jeden Tag fanden wir spitze Eisenteile am Magneten

 

Vögel – eine mögliche Ursache

Wie genau die Metallgegenstände ins Futter gelangen, bleibt meist ein Rätsel. Dazu Pim: „Es kann sich um Abfälle handeln, die Schüler oder Autofahrer im Vorbeikommen weggeworfen haben. Wir haben aber auch schon gehört, dass Krähen solche Gegenstände aufsammeln, um ein Nest zu bauen, und sie dann fallen lassen, weil sie ihnen zu schwer sind. Auf jeden Fall spricht dieses Sammelsurium ja wohl eine deutliche Sprache.“ 


Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß

Viehhalter, die behaupten, keine Probleme mit Metallgegenständen im Futter zu haben, sind Lenferink zufolge etwas naiv. „Ich wusste vorher auch nicht, dass das Ergebnis so aussehen würde, Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass andere Halter beim Silieren alle scharfkantigen Teile herausholen. Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. Man denkt meist, dass sich die spitzen Teile in der Silage befinden, und übersieht dabei Nebenprodukte und Heu- und Strohballen.“

Im vergangenen Jahr fand im Betrieb von Pim Lenferink ein TMR-Futteraudit statt, an dem zahlreiche Viehhalter aus der Umgebung teilnahmen. An diesem Nachmittag wurde auch der Futtermischwagen mit den Magneten präsentiert. Im Anschluss hat ein begeisterter Kollege von Lenferink ebenfalls Magneten in seinem selbstladenden Triomix-Futtermischwagen anbringen lassen. Das Ergebnis nach einem Jahr: ein ganzes Backblech voll mit scharfkantigen Metallteilen.

Vorteile wiegen die Kosten bei Weitem auf

Erst kürzlich hat Lenferink eine weitere bemerkenswerte Entdeckung gemacht. Auf den Magneten befand sich eine dicke Schicht Metallstaub, sehr feine Partikel, höchstwahrscheinlich aus einem Posten zugekauftem Kraftfutter. Dazu Pim: „Das verursacht nicht gleich Schäden, aber es gehört da nicht rein. Ohne Magnet hätten wir das nicht herausholen können. Das zeigt, wie wichtig die Magneten sind. Meiner Meinung nach sollten sie in jedem Futtermischwagen Standard sein. Sie ersparen den Tieren viel Leid und die Vorteile wiegen die Kosten bei Weitem auf.“

 

Trioliet bietet drei verschiedene Magneten an:

1. Schneckenmagneten

2. Magnetstäbe für Querförderbänder und -ketten

3. Magnetstreifen für Austragsrinnen bei Seitendosierschiebern

Die Magnete können auch nachträglich angebracht werden. Sie möchten mehr über die Möglichkeiten erfahren? 

 

* Quelle: Studentenuntersuchung: Koeien dood door zwerfafval (Kuhsterben durch Abfälle). Autor: Albert Sikkema. Resource von Wageningen University & Research, 28. Februar 2018. resource.wur.nl/nl/wetenschap/show/Studentenonderzoek-koeien-dood-door-zwerfafval.htm