20 April 2020

Kompaktfütterung zur Vermeidung von selektivem Fressverhalten bei Kühen

Milchviehhalter suchen ständig nach Lösungen, um Futtersortieren zu verhindern, die Gesundheit der Tiere zu verbessern und die Produktion zu erhöhen. Kompaktfütterung bietet eine mögliche Lösung zur Vermeidung selektiven Fressens. Aber was ist eigentlich Kompaktfütterung, und wie wird sie in der Praxis angewendet? 

Auf den ersten Blick wird der Ration bei der Kompaktfütterung lediglich Wasser zugesetzt. Man könnte zunächst davon ausgehen, dass es jedenfalls nicht schaden kann. Aber es geht um mehr, als nur die Hinzugabe von Wasser. Es geht um eine Form von TMR-Fütterung (Total Mixed Ration), bei der alle Kühe in einer Produktionsgruppe unbegrenzt, täglich rund um die Uhr Zugang zu einer Ration erhalten. Diese ist so gut gemischt, dass den Kühen kein selektives Fressverhalten ermöglicht wird (auch nicht durch Trocknung des Futters während des Tages), wodurch jeder Bissen dieselbe Zusammensetzung aufweist. Dies entspricht der Definition des dänischen Forschungsinstituts SEGES, das die Bezeichnung „Compact TMR“ eingeführt hat. Nach Einschätzung des Forschers Niels Bastiaan Kristensen sind bei der TMR-Kompaktfütterung einige Aspekte besonders sorgfältig zu beachten. Das Restfutter muss analysiert werden, und das Laden und Mischen muss nach bestimmten Regeln, auch Protokolle genannt, ablaufen. Beim Mischen wird dem Einweichen des Kraftfutters und dem intensiven Mischen und Schneiden durch längeres (Nach)Mischen besondere Aufmerksamkeit geschenkt. 

Mischen nach dem Prinzip der TMR-Kompaktfütterung

Das Mischen nach dem „Kompaktfütterungs-Prinzip“ lässt sich in drei Schritte untergliedern:

First Mix; Einweichen trockener Kraftfutterkomponenten in Wasser

Middle Mix; Zugabe von Struktur

Final Mix; Zugabe von Mais

 

First Mix

Trockene Komponenten lassen sich normalerweise einfach aus der Ration aussortieren und fördern das selektive Fressverhalten von Kühen. Wird jedoch ausreichend Wasser zugegeben, haften die Zutaten aneinander und werden gemeinsam mit dem Raufutter aufgenommen. Die Wassermenge hängt dabei von der Ration und dem Trockensubstanzgehalt (TS) ab. In vielen Fällen gilt jedoch: Das Gewicht der Kraftfutterkomponenten ist die Wassermenge in Litern. Kristensen empfiehlt für eine TMR einen Trockensubstanzgehalt von 36–38 % bei einem vertikalen Futtermischwagen und einen höheren TS-Gehalt bei einem horizontalen Futtermischwagen, um zu verhindern, dass in der letzten Phase Wasser aus der Mischung gepresst wird.

Nasse Zutaten, wie z. B. Melasse, Zuckerrüben und Biertreber, sind an sich bereits feucht und können einen Teil des Wassers ersetzen. Das Ziel besteht darin, aus dem Kraftfutter und ggf. anderen Nebenprodukten eine homogene Mischung zu erzeugen, die an dem Raufutter kleben bleibt oder sogar von dem Raufutter absorbiert wird. Die meisten Zutaten sind nach ca. einer Stunde ausreichend eingeweicht. Bei Rübenschnitzeln kann das Einweichen jedoch acht bis zwölf Stunden dauern. Wenn Sie mehrmals pro Tag füttern, ist es laut Kristensen sinnvoll, eine größere Menge Kraftfutter einzuweichen und für mehrere Fütterungen zu nutzen.

Middle Mix

In dieser Phase wird das Raufutter, mit Ausnahme von Silomais, geladen. Hier soll das Raufutter intensiv mit der Kraftfuttermischung vermischt werden, sodass diese gut am Raufutter haftet. 

Das Gras wird vorzugsweise kurz gehäckselt (0,8–1 cm) und mit einer hohen Schneckendrehzahl von mindestens 30 U/min mit der Futtermischung vermengt. Nach dem Laden des Grases gilt eine Nachmischzeit von 15–20 min.

Das Raufutter muss dabei kurz sein, damit es besser am Kraftfutter haften kann und es für die Kühe schwieriger wird, selektiv zu fressen. Zudem müssen für eine gute Mischung die einzelnen Teilchen der diversen Komponenten nahezu gleich lang sein. Natürlich ist es vorteilhafter, wenn das Raufutter bereits beim Silieren gehäckselt wird. Mit dem Futtermischwagen kann das Futter jedoch weiter zerkleinert werden. Dabei ist wichtig, dass die Messer an den richtigen Positionen an der Schnecke angebracht sind. Die Mischwagen von Trioliet bieten die Möglichkeit, aus unterschiedlichen Messerpositionen auszuwählen, sodass Sie stets die optimale Schnittleistung erhalten. Dabei richtet sich die ideale Position jeweils nach der Ration. In diesem Video wird erläutert, wann Sie welche Position nutzen sollten. Die Schneckenmesser müssen außerdem scharf sein. Kontrollieren Sie die Messer darum regelmäßig. Ein scharfes Messer mischt besser und spart Kraftstoff und Leistung, weil der Widerstand geringer ist. Die patentierten Trioform-Schneckenmesser bleiben dank ihrer einzigartigen Form länger scharf.

Final Mix

In der letzten Phase wird der Mais in den Futtermischwagen geladen. Die schwere, kompakte Mischung wird dadurch etwas lockerer. Nachdem der Mais geladen wurde, muss wieder 15 bis 20 Minuten nachgemischt werden. Kristensen bevorzugt dafür eine hohe Schneckendrehzahl von ca. 30 U/min. Beim Mischen von Rationen des dänischen Typs empfiehlt er ausdrücklich, den Futtermischwagen zwischen dem Middle und Final Mix während des Ausdosierens nicht auszuschalten. Dabei kann ein Reduktionsgetriebe helfen, den Leistungsbedarf zu reduzieren, beispielsweise ein Shifttronic-Automatik-Reduktionsgetriebe. Das zwei- bzw. dreistufige Powershift-Getriebe schaltet unter Last automatisch hoch und herunter auf die optimale Schneckendrehzahl. Dies schont den Antrieb des Futtermischwagens und die Zapfwellenkupplung des Schleppers, spart aber auch Kraftstoff und Zeit. Die Schnecken drehen sich nämlich stets, auch bei nassen, schweren Rationen, mit optimaler Geschwindigkeit. Entdecken Sie hier, wie der Shifttronic Powershift funktioniert.

Sie können sich bestimmt vorstellen, dass die schwere kompakte Mischung dem Schlepper hohe Leistung abverlangt und auch an den Futtermischwagen hohe Anforderungen stellt. Wählen Sie darum kein zu leicht gebautes Material, sondern entscheiden Sie sich bewusst für Qualität. Die Futtermischwagen der Serie Solomix X sind beispielsweise mit einer besonders dicken Wand mit 10 mm Stärke und besonders dicken Schneckenblättern mit 22 mm Stärke ausgestattet und können zudem im Hinblick auf besonders lange Lebensdauer mit einer Edelstahl-Auskleidung ausgestattet werden. Aus diesem Grund eignen sich die Solomix-Futtermischwagen für TMR-Kompaktfutter. 

Kristensen weist zudem darauf hin, dass das Futter während des Mischprozesses gut durch die Wanne des Futtermischwagens transportiert werden muss. Diese Bewegung ist für eine homogene Mischung besonders wichtig. Wird die Ration nicht gut gemischt, kann dies weitreichende Folgen für die Kühe haben. Die Solomix-Futtermischwagen sind mit asymmetrischen Futterleitblechen ausgestattet. Dabei handelt es sich um Dreiecke zwischen den Schnecken, die dafür sorgen, dass das Futter durch die Schnecken horizontal durch den gesamten Mischbehälter geschoben wird. Zudem wird das Futter dank der besonderen Form der Schnecken und durch die breite Schneckenwindung nach oben befördert und fällt anschließend durch Schwerkrafteinwirkung wieder nach unten. Durch die horizontale und vertikale Bewegung, das sogenannte „Dual Flow-Prinzip“, entsteht eine homogen gemischte Ration.

Die TMR-Kompaktfütterung kommt in Dänemark bereits seit ca. fünf Jahren zum Einsatz. Es gibt allerdings Befürworter und Gegner des Konzepts. Die Befürworter sind von den Vorteilen überzeugt und füttern komplett gemäß dem TMR-Kompaktfutter-Protokoll. Sie beobachten dabei eine Steigerung der Produktion und eine Verbesserung der Gesundheit ihres Viehbestands. Die Gegner berufen sich auf die Tatsache, dass TMR-Kompaktfütterung zu viel Arbeitseinsatz und Kraftstoffverbrauch verursacht. Und zwar in einem solchen Ausmaß, dass die Kosten die Vorteile nicht aufwiegen. Ein Teil der Vertreter dieser Auffassung verwendet allerdings einzelne bestimmte Elemente des Konzepts, z. B. das Erstellen eines Premix, die Einhaltung der richtigen Ladereihenfolge, die richtige Anzahl an Schneckenumdrehungen und das Hinzufügen von Wasser. Dadurch lässt sich diese Methode an ihre Betriebsabläufe anpassen und sie nutzen vielleicht einen Teil, wenn auch nicht alle Vorteile der Kompaktfütterung.

Warum der Trioliet Solomix für TMR-Kompaktfutter geeignet ist:

Mischbehälterwand der X-Serie 10 mm dick (ab 24 m³);
Verschleißrand unten im Mischbehälter 15 mm dick, für besonders lange Lebensdauer und zusätzliche Stabilität;
Optional zusätzlich Trionox-Beschichtung aus Edelstahl an der Innenseite des Mischbehälters (Wand und Boden) und/oder auf der Schneckenwindung („Hard Face“);
Wasserabdichtung an der Schneckensäule zum Schutz des Planetengetriebes;
Abdichtung der Dosierschieber durch C-Labyrinth in Schieberführung;
Robuste Konstruktion des Mischbehälters mit integriertem Fahrgestell und Schneckensäule, sodass hohe Kräfte aufgenommen werden;
Homogene Mischqualität dank der asymmetrischen Dreiecke im Mischbehälter;
„Long Life“-Schnecken mit 22 mm dicken Schneckenblättern und 25 mm dicken Dosierflügeln, Grundausstattung beim Solomix 3;
Selbstschärfende Trioform-Schneckenmesser, die an der gewünschten Position angebracht werden können;
Die schlanken Twin Stream-Schnecken sorgen dafür, dass das Futter noch oben gedrückt wird. Die symmetrischen Dosierflügel unten an der Schnecke ermöglichen zudem eine schnelle Mischung und gleichmäßige Ausdosierung.

Selbstverständlich eignen sich die Solomix-Futtermischwagen für alle Arten von Rationen und alle Füttermethoden, also auch für Rationen mit langen, stark strukturierten Komponenten sowie Rund- und Quaderballen. 

Download Solomix 2 Broschüre Schicken Sie mir einen Prospekt Überblick alle Mischwagen

 

 

 

TMR-Fütterung in der Praxis

Die Anwendung der Kompaktfütterung kann auf unterschiedliche Art und Weise erfolgen. Lesen Sie hier, wie diese Milchviehhalter von den Vorteilen der jeweils eigenen Methode der TMR-Kompaktfütterung profitieren. 

Rick van Heesch: "Mehr Stabilität für die gesamte Herde"

Henrik Amhedegård: "Jeder Bissen ist gleich"

 

 

 

 

Quelle: „Implement Compact TMR to increase productivity, feed efficiency and health in dairy herds.“ Von Dr. Niels Bastian Kristensen, cand. agro., Ph.D. SEGES P/S, Dairy & Beef Research Centre, Agro Food Park 15, DK-8200 Aarhus N, Dänemark